Vergleich SARMs vs. Prohormone: Was ist besser?
SARMs oder Prohormone? Klingt nach einer Bauchentscheidungsfrage, ist tatsächlich aber Abwägungssache, ähnlich wie „E-Auto oder Verbrennerfahrzeug?“. Es gibt nämlich gute Argumente für das eine wie auch für das andere. Um fundiert auswählen zu können, muss man Bescheid wissen – über Aspekte wie Muskelaufbauwirkung, gesundheitliche Risiken, Verfügbarkeit und Kosten. Aber welche Muscle-Builder-Kategorie schneidet im Vergleich zur anderen unterm Strich besser ab? Das klären wir in diesem Text. Nach der Lektüre wird jeder Interessent wissen, ob er SARMs kaufen oder lieber Prohormone kaufen sollte.
„Schneller wirksam“ gegen „milder“
Fest steht: Beide Mittel funktionieren. Man kann sowohl mit SARMs als auch mit Prohormonen sehr gut Muskeln aufbauen. Man kann sich mit beiden Mitteln auch in eine bestechend gute Form bringen, denn sowohl unter den SARMs als auch unter den Prohormonen gibt es Präparate, die einen knallhart definierten, knüppelharten Look erzeugen. Der Unterschied liegt also nicht so sehr in den erzielbaren Ergebnissen; er liegt eher in den Begleitumständen. So macht sich z. B. die Wirkung von Prohormonen schneller bemerkbar als die Wirkung von SARMs. Dafür haben Prohormone ausgeprägter Nebenwirkungen. Welche Kategorie ist demnach die bessere? Oder anders gefragt: Welche ist die beste Steroid-Alternative? Kommt darauf an. Ob SARMs oder Prohormone das Label „beste Steroid-Alternative“ verdienen, hängt letzten Endes davon ab, wie man für sich selbst das Adjektiv „beste“ definiert. Dabei spielt auch die Dosierung eine Rolle: Wer sich ein hochpotentes SARM wie S-23 in hoher Dosierung verabreicht, wird ähnlich schnell Fortschritte machen wie mit einem starken Prohormon. Er hat dann aber auch ähnliche Nebenwirkungen.
Kurz erklärt: Was sind SARMs, was sind Prohormone?
SARMs
SARMs ist eine Abkürzung – sie steht für [engl.] Selective Androgen Receptor Modulators), also für „Selektive Androgenrezeptor-Modulatoren“. Damit werden experimentelle Pharmazeutika bezeichnet, die im menschlichen Körper wie anabole Steroide wirken [1]. Sie binden sich an die Androgenrezeptoren in den Muskeln und im Knochengewebe und lösen dort anabole Effekte aus. Im Unterschied zu Steroiden lassen sie dabei aber andere Gewebearten „in Ruhe“. Sie verursachen also kein Prostatawachstum, und sie unterdrücken auch nicht die Testosteronproduktion – jedenfalls nicht in der Theorie. In der Praxis haben SARMs diese Nebenwirkungen leider doch (allerdings nicht im selben Ausmaß wie anabole Steroide) [2]. Das Ziel der SARMs-Forschung bestand ursprünglich darin, Medikamente zu entwickeln, mit denen man Muskel- und Knochenschwund besser als mit Steroiden behandeln kann. Bisher ist aber noch kein SARM als Medikament zugelassen. Stattdessen werden SARMs auf dem grauen Supplement-Markt als nebenwirkungsarme Anabolika verkauft. Mehr Infos über SARMs und deren Funktionsweise gibt es hier: Muskelaufbau mit SARMs.
Prohormone
Prohormone sind Vorstufen von Steroidhormonen. Nach der Einnahme werden sie im Körper über Enzyme in aktive Steroide umgewandelt. Die Abgrenzung von Prohormonen zu Steroiden ist daher sehr unscharf; manche Prohormone sind im Grunde Steroide (sie werden auch „Designer-Steroide“ genannt). Entsprechend stehen Prohormone anabolen Steroiden in puncto Wirksamkeit und Nebenwirkungsspektrum nur wenig nach. Der wesentliche Unterschied besteht letztlich darin, dass Prohormone immer in Kapsel- oder Tablettenform verkauft werden. Es gibt also keine injizierbaren Prohormone. In den frühen 2000er-Jahren war der Handel mit diesen Mitteln noch nicht reguliert, sie durften damals legal als Nahrungsergänzungspräparate verkauft werden. Inzwischen ist das anders: So gut wie alle anabol wirksamen Prohormone sind offiziell verboten. Inoffiziell kann man sie trotzdem problemlos übers Internet bestellen. Mehr Infos über Prohormone und deren Funktionsweise gibt es hier: Alles über Prohormone.
SARMs vs Prohormone – Wirkungen und Nebenwirkungen
Muskelaufbau
Womit kann man besser Muskeln aufbauen – mit SARMs oder mit Prohormonen? Wenn es um die reine Zunahme an fettfreier Masse geht, haben Prohormone die Nase vorne. Das liegt daran, dass sie die Androgenrezeptoren stärker stimulieren als SARMs. Aber: Prohormone sind deshalb nicht zwingend die besten Mittel für Muskelaufbau! Man kann sie nämlich nicht allzu lange nehmen. Spätestens nach 6 Wochen muss Schluss sein, sonst wird die gesundheitliche Belastung zu groß. (Manche Designer-Steroide, wie etwa Superdrol, sollten sogar nur 4 Wochen lang genommen werden.) SARMs hingegen kann man auch 8 oder 12 Wochen lang nehmen, wobei die Nebenwirkungen dann aber auch deutlicher werden. Unterm Strich ist das Masseaufbaupotenzial also ziemlich gleich. Prohormone punkten aber mit den schnelleren Ergebnissen.
| Die besten Prohormone für Masseaufbau | Die besten SARMs für Masseaufbau |
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Verbesserung der Körperoptik
Welche Mittel können den Look deutlicher verbessern? Auf diese Frage gibt’s keine eindeutige Antwort. Es gibt unter den SARMs wie unter den Prohormonen sogenannte „Mass-Gainer“, die schnell massig machen, aber Wassereinlagerungen verursachen, und es gibt „Lean-Gainer“, die für trockene Zuwächse ohne Wassereinlagerungen sorgen. 4-Androstendion und Methyl-1,4-Andro sind z. B. Prohormone, die sehr leicht zu Östrogen aromatisieren. Sie gelten entsprechend als Mass-Gainer. Andere Prohormone, wie etwa Trenavar (Trendione), erzeugen knochentrockene Zuwächse. Bei den SARMs ist es genauso: LGD-4033 ist bekannt dafür, leichte Wassereinlagerungen hervorzurufen (obwohl es nicht aromatisiert), während RAD-140 als klassisches Lean-Gainer-Mittel gilt. Fettabbau ist hingegen weder eine Domäne von SARMs noch eine Domäne von Prohormonen. Da beide Mittel in erster Linie Anabolika sind, wirken sie sich nur sekundär auf die Fettspeicherung aus. Manche Prohormone (Superdrol, Trenavar) regen aber parallel zur Proteinsynthese auch den Fettstoffwechsel an, genauso wie manche SARMs (S4, RAD-140).
Vergleicht man die jeweils wirkungsstärksten Mittel beider Kategorien miteinander, also Superdrol, M1T und Trenavar auf der Prohormonseite und S4, S23 und RAD-140 auf der SARMs-Seite, dann läuft es auf ein „Unentschieden“ hinaus. Sowohl die einen als auch die anderen Mittel können muskulös und knallhart definiert machen. Mit den Prohormonen geht das aber schneller.
| Die besten Prohormone für „dry Gains“ | Die besten SARMs für „dry Gains“ |
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Sicherheit
Beim Aspekt „Risiken von SARMs und Prohormonen“ liegen Prohormone eindeutig hinten. Grund: Da sie in der Regel methyliert sind, sind sie fast immer lebertoxisch. In dieser Hinsicht sind sie SARMs unterlegen, denn SARMs gefährden die Leber kaum. (Es sind allerdings Fälle dokumentiert, in denen auch SARMs – in hoher Dosierung – zu Leberschäden geführt haben [4].) Des Weiteren haben Prohormone und Designer-Steroide je nach Präparat dieselben hormonellen Nebenwirkungen wie anabole Steroide. Diese reichen bekanntlich von Haarausfall und Akne über Prostata-Wachstum und Verschlechterung der Blutfettwerte bis zu einer Drosselung bzw. zur kompletten Unterbindung der körpereigenen Testosteronproduktion.
Bei SARMs sieht es da etwas besser aus. Natürlich haben auch SARMs Nebenwirkungen (es wäre unsinnig, anzunehmen, dass nur Prohormone Nebenwirkungen haben); diese sind aber nicht so gravierend. Prostata-Wachstum ist z. B. bei SARMs kein großes Thema, Haarausfall und Akne auch nicht. In puncto Drosselung der Testosteronproduktion sind SARMs jedoch ähnlich problematisch wie Prohormone: Alle SARMs sind suppressiv. Einige sind zum Glück nur sehr schwach suppressiv (Ostarine, S4), andere dafür stark (S-23, RAD-140). Und mit einer Verschlechterung der Blutfettwerte muss man bei SARMs ebenfalls rechnen. Dazu kommt: Sämtliche SARMs sind Forschungssubstanzen ohne klar definiertes Sicherheitsprofil. Theoretisch wäre es möglich, dass sie „versteckte“ Nebenwirkungen haben, von denen bisher einfach nur noch nichts bekannt ist.
| Die Prohormone mit den mildesten Nebenwirkungen | Die SARMs mit den mildesten Nebenwirkungen |
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Legalität von SARMs und Prohormonen
So richtig legal sind weder Prohormone noch SARMs. Beide Mittel sind aber auch nicht vollständig illegal.
Rechtslage in den USA
In den USA sind Prohormone vom jüngsten Designer Anabolic Steroid Control Act erfasst. Entsprechend dürfen sie nicht ohne ärztliche Verschreibung erworben werden. Bei SARMs ist es etwas anders: Da SARMs in den Vereinigten Staaten offiziell noch nicht als illegale Anabolika definiert sind – im US-Kongress gab es zwar schon mehrere Gesetzesentwürfe für einen SARMs Control Act, aber noch ist nichts beschlossen –, sind sie dort auch nicht grundsätzlich verboten. Allerdings dürfen sie nicht als Supplements verkauft werden. Fast alle in den USA vertriebenen SARMs-Produkte tragen deshalb den Aufdruck “For Research Use Only. Not For Human Consumption”. Es ist aber sicher nur eine Frage der Zeit, bis SARMs in Amerika als verbotene Mittel eingestuft werden.
Rechtslage in der EU
Innerhalb der EU ist die Rechtslage genauso uneindeutig, weil jedes EU-Land andere Anti-Doping-Gesetze hat. Deutschland und Österreich haben zum Beispiel sehr restriktive Gesetze: Das deutsche Anti-Doping-Gesetz (AntiDopG) und das österreichische Anti-Doping-Bundesgesetz (ADBG) verbieten grundsätzlich den Handel mit Prohormonen und mit SARMs. Andere EU-Länder sind da lascher. In Polen etwa sind viele Prohormone nicht explizit als verbotene Substanzen klassifiziert.
Für die World Anti Doping Association (WADA) sind Prohormone und SARMs allerdings immer verbotene Mittel – überall auf der Welt [5]. Wer Prohormone oder SARMs nimmt und danach an einem sportlichen Wettkampf mit Dopingkontrollen teilnimmt, muss daher mit Sanktionen rechnen.
SARMs und Prohormone kaufen – was ist zu beachten?
Gegenüberstellung der Kosten
Die Packungspreise für SARMs-Produkte und für Prohormon-Produkte haben dieselbe Größenordnung. Betrachtet man aber die Wirkstoffmengen unter Berücksichtigung der jeweiligen Halbwertszeiten, dann sind SARMs meist günstiger. Das liegt daran, dass SARMs schon in sehr geringen Mengen (ab 1 mg) anabol wirksam sind und auch längere Halbwertszeiten als Prohormone haben. Deshalb reicht eine Packung oft für zwei komplette Kuren. Das Prohormon Trenavar hat z. B. eine Halbwertszeit von ca. 8 Stunden. Das bedeutet, dass man mindestens zweimal täglich eine Kapsel nehmen muss (besser dreimal). Eine Packung mit 60 Kapseln à 20 mg reicht somit nur für 15–30 Tage. Ein SARM wie RAD-140 hingegen hat eine Halbwertszeit von rund 2 Tagen; manche Quellen weisen sogar eine Halbwertszeit von 60 Stunden aus. Mit einer 60-Kapseln-Packung kann man demnach bequem zwei 60-tägige Kuren absolvieren. Wenn die Kapseln mehr als 10 mg Wirkstoff haben, kommt man sogar noch länger aus, denn RAD-140 funktioniert schon ab 5 mg sehr gut.
Problem: Fälschungen bei SARMs
Gibt man bei Google als Suchbegriff „Erfahrungsberichte SARMs im Vergleich zu Prohormonen“ ein, dann stößt man auf etliche Berichte, in denen Anwender keinen großen Unterschied zwischen SARMs und Prohormonen festgestellt haben. Dafür gibt es einen ganz banalen Grund: Diese Anwender haben auch NUR Prohormone genommen – sie hielten sie aber teilweise für SARMs! Dazu muss man wissen, dass SARMs in der Herstellung deutlicher teuer sind als Prohormone. Nicht wenige Hersteller deklarieren deshalb einfach Prohormon-Mischungen als SARMs. Eine häufig zitierte Studie, die 2017 im Journal of the American Medical Association (JAMA) erschien, zeigte, dass nur rund 50 % aller SARMs-Produkte im Internet das enthalten, was auf der Packung steht [6]. Wer SARMs kaufen will, sollte deshalb auf vertrauenswürdige Hersteller und natürlich auch auf einen vertrauenswürdigen Shop (wie GETBOOST3D.com) setzen.
Quellen
- ↑ de.wikipedia.org (2024): Selektiver Androgenrezeptor-Modulator (https://de.wikipedia.org/wiki/Selektiver_Androgenrezeptor-Modulator)
- ↑ zeitschrift-sportmedizin.de (2023): SARM – schneller Muskelaufbau mit schweren Nebenwirkungen (https://www.zeitschrift-sportmedizin.de/sarm-schneller-muskelaufbau-mit-schweren-nebenwirkungen-selektive-androgenrezeptor-modulatoren/)
- ↑ dshs-koeln.de (2025): Prohormone (Vorhormone) (https://www.dshs-koeln.de/institut-fuer-biochemie/doping-substanzen/doping-lexikon/p/prohormone-vorhormone/)
- ↑ T. Koller et al (2021): “Liver injury associated with the use of selective androgen receptor modulators and post-cycle therapy: Two case reports and literature review” (https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8180234/)
- ↑ wada-ama.org (2025): The Prohibited List (https://www.wada-ama.org/en/prohibited-list)
- ↑ Ryan M. Van Wagoner et al (2017): “Chemical Composition and Labeling of Substances Marketed as Selective Androgen Receptor Modulators and Sold via the Internet” (https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2664459)

